Gesund im Mund – Start im 1. Jahrgang 2026

Der Arbeitskreis Zahngesundheit Westfalen-Lippe engagiert sich bereits seit 1983 zum Thema Gesunde Zähne und wir als Wilhelmschule nehmen bereits seit vielen Jahren an dem Programm teil, denn gesunde Ernährung, gesunde Zähne und Bewegung sind Themen, die uns wichtig sind und zu den Leitzielen der Schule gehören. Das Konzept Gesund im Mund wurde und wird übrigens wissenschaftlich evaluiert und findet immer für jede Klasse in Form einer Doppelstunde statt, vier Jahre hintereinander. So wird versucht, bei unseren Kindern eine positive Haltung zum Thema Zahn- und Mundgesundheit aufzubauen. In den vier Jahrgängen der Grundschule ist das Thema Zähneputzen im Sinne eines pädagogischen Spiralcurriculums immer ein Thema. Dazu kommen dann in jedem Jahrgang schwerpunktmäßig weitere wichtige Themen wie z.B. zahngesunde bzw. zahnungesunde Ernährung oder der Zahnaufbau.

Heute, 14.01.26, startete der 1. Jahrgang mit Gesund im Mund in unserer Aula. Die Durchführung übernahm erneut Frau Engel vom Arbeitskreis Zahngesundheit Recklinghausen. Eigentlich kenne ich die verschiedenen Programme für die vier Jahrgänge wirklich schon sehr gut, bin aber in jedem Jahr von der Vielfältigkeit der Stationen wieder begeistert. Genauso soll Sachunterricht sein!

Im 1. Jahrgang steht neben dem Zähneputzen das Thema zahngesunde bzw. zahnungesunde Ernährung auf dem Programm. Nicht nur der bekannte Haushaltszucker setzt den Zähnen zu, sondern auch alle anderen Zuckersorten wie z.B. der Fruchtzucker im Obst. Kindern deshalb Süßigkeiten und süßes Obst zu verbieten, wäre aber absolut unrealistisch. Besser ist es, wenn sie lernen, damit richtig umzugehen. So hat z.B. häufigeres oder längeres Naschen – oft über Stunden verteilt – eine viel stärkere Karieswirkung, als wenn die gleiche Menge nur gelegentlich gegessen und die Zähne zwischendurch ausreichende Erholungsphasen erhalten. Alles was klebt, macht den Zähnen übrigens besonders zu schaffen, wie z.B. Bonbons, Müsliriegel oder Bananen. Aber auch Knabbereien wie Chips, Salzstangen, Flipse & Co gefährden unsere Zähne. Und das gilt auch für süße Limonaden und fruchtsäurehaltige Getränke wie z.B. Eistee oder Säfte. Ganz wichtig ist es, nach dem Verzehr von Süßem die Zähne zu putzen, um Karies zu verhindern. Schließlich haben wir Menschen kein Revolvergebiss wie der Hai, der ein mehrreihiges Gebiss hat. Hinter jeder aktiven Zahnreihe stehen mehrere Ersatzreihen, die wie bei einem Revolver nachschießen, wenn vordere Zähne abbrechen, was ständig beim Hai passiert. So kann ein Hai im Leben bis zu 30000 Zähne verlieren und hat trotzdem nie eine Zahnlücke.

Zu Beginn gab es eine einleitende, gemeinsame Unterrichtsphase, in der an die vorhandenen Kenntnisse und Erfahrungen der Schüler*innen angeknüpft wurde. So konnte das Vorwissen der Kids aktiviert werden und sie wussten, wie es heute weitergehen wird. Die Klasse 1c zeigte ein großes Vorwissen, alle waren sehr interessiert, passten gut auf und es kamen gute, manchmal auch lustige Antworten auf alle Fragen. Die Kinder wussten z.B. wozu man Zähne benötigt. Zum Essen, zum Reden, zum Kauen und Frau Engel ergänzte noch zum Anlächeln.

Alara hatte ihren Otter Ole mitgebracht. Es kann ja nicht schaden, wenn der auch alles über Zähne weiß.

Heute ging es auch um die richtige Zahnputztechnik KAI (s. Station 2). Die Kinder wussten, dass man mindestens morgens und abends seine Zähne 3 Minuten putzen muss, um die Zähne zu schützen und Karies zu verhindern. Mittags ist das Putzen wünschenswert, aber in Schule bzw. OGS nicht umsetzbar. Einzelne wollten übrigens die Zähne auch zwei Stunden putzen, das ist aber dann doch zu lange.

In diesem Zusammenhang kam Frau Engel auf die Inhalte der Butterbrotdosen zu sprechen. Was berichteten die Kids denn an dieser Stelle? „Ich habe einen Apfel, ein Toastbrot mit Nutella, aber ganz wenig, Actimel und Colabonbons dabei.“ Frau Engel erklärte noch einmal, wie wichtig es ist, auch in der Schule nicht zu viele Süßigkeiten zu essen, weil man sich dann schlecht konzentrieren kann. Auf die Frage nach einem Getränk kam Eistee als Antwort. Frau Engels Antwort: „Das schlimmste Getränk überhaupt! Das ist nicht gut für die Zähne und nicht für den Körper! Besser ist es Wasser zu trinken, ggf. eine Zitrone oder Orange auszupressen und den Saft dazuzugeben, wenn man etwas Geschmack haben möchte.“

Auf die Frage, welche Person denn helfen kann, die Zähne zu schützen, kam sofort die Antwort der Zahnarzt. Ein Kind wollte täglich zum Zahnarzt gehen, aber einmal pro Halbjahr ist doch ausreichend. Bei einigen Kids hatte der Zahnarzt die Zähne auch schon blau oder lila eingefärbt, um so zu kontrollieren, wie gut die Zähne geputzt sind. In diesem Zusammenhang wies Frau Engel darauf hin, dass man einmal in der Woche die Zähne mit Elmex Gelee putzen soll. Alternativ kann man auch Tooth Mousse nutzen, das es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt, man muss es allerdings bestellen (z.B. in der Apotheke oder online beim Händler des Vertrauens).

Zur Auflockerung ging es jetzt erst mal mit einem Bewegungsspiel zum Thema Zähne putzen weiter. „Ich werde wach und stehe auf und ziehe mich an. Ich putze mir die Zähne. Ich trinke etwas. … Ich gehe ins Bett und schlafe.

Danach ging es mit dem Lernen an Stationen weiter. An den Gruppentischen wurden dafür verschiedene Angebote gemacht. Die Kinder konnten selbstständig über die Auswahl, die Reihenfolge, die verwendete Zeit pro Aufgabe und ggf. die Sozialform entscheiden. So konnten sie ohne Zeitdruck und nach ihrem eigenen Rhythmus alleine oder in Kooperation mit anderen Mädchen und Jungen selbstbestimmt arbeiten. Frau Engel erklärte die Stationen im Vorfeld und mahnte am Schluss: „Jeder macht so viel, wie er schafft. Jeder arbeitet dabei in Ruhe und ordentlich! Am Schluss wird die Station wieder aufgeräumt. Es ist kein Wettkampf!“

Station 1 Wie gesund sind die Lebensmittel für unsere Zähne?
Hier mussten die Kinder die Karten den richtigen Smileys zuordnen. Am Schluss mussten die Lösungen, die hinten auf den Karten standen, natürlich kontrolliert werden.

Station 2 Die KAI-Zahnputztechnik
Wenn Zahnpflege für uns Große selbstverständlich ist, dann fällt es auch nicht schwer, bei den Kleinen darauf zu achten. Und das von Anfang an! Denn die Milchzähne haben eine wichtige Funktion im Mund. Sie sind die Platzhalter für die nachwachsenden Zähne. Unbehandelte Milchzähne, die kariös sind, können übrigens im ganz Körper zu vielfältigen gesundheitlichen Schäden führen. Deshalb ist eine regelmäßige Mundhygiene schon ab dem Kleinkindalter unerlässlich. Durch einen sehr frühen Verlust der Milchzähne, wird der Zahnwechsel erheblich gestört, wodurch es evtl. später zu einer kieferorthopädischen Behandlung (z.B. Zahnklammer) kommen kann. Deshalb sollte man von Beginn an die Zahnhygiene systematisch ausführen. Dafür bietet sich die KAI-Zahnputzmethode an.

  1. Mund gründlich ausspülen und Zahnbürste anfeuchten, Zahnpasta darauf geben
  2. Mund weit öffnen und zuerst die Kauflächen mit kurzen hin-und-her-Bewegungen bürsten. Von oben beginnend von hinten nach vorne und zurück, danach dasselbe unten.
  3. Zähne aufeinander stellen und die Außenflächen mit kleinen Kreisbewegungen von hinten nach vorne und wieder nach hinten putzen.
  4. Mund wieder weit öffnen und die Innenflächen mit herausfegenden Bewegungen erst oben und dann unten reinigen.
  5. Zahnpastaschaum ausspucken, die Zahnbürste abspülen und ausklopfen. Das Nachspülen mit Wasser oder einen Spülung wird ausdrücklich nicht empfohlen. Die Bürste steht mit dem Kopf nach oben im Zahnputzbecher.

Die Sanduhr wurde umgedreht, die Zähne wurden 3 Minuten geputzt und anschließend mussten die Zahnzwischenräume mit einem Zahnseidenstick, besonders geeignet für Kinder, gesäubert werden. Ein Kind meinte, ist das nicht ein Zahnstocher. Nein, der Unterschied wurde noch mal erläutert.

Übrigens soll jede Zahnbürste viermal im Jahr getauscht werden. Tipp: Immer in den Ferien neue Zahnbürsten kaufen und austauschen! Das passt dann genau und man muss nicht überlegen, wann habe ich sie zuletzt gewechselt. Interessant ist übrigens, dass immer mehr Kinder im Grundschulalter bereits eine elektrische Zahnbürste benutzen. Empfehlenswert sind dabei Zahnbürsten mit einem Signalton, der signalisiert, wenn ein zu hoher Druck auf den Zahnschmelz ausgeübt wird. Aber auch hier muss man den Bürstenkopf regelmäßig wechseln. In der Klasse 1c benutzten ca. 2/3 bereits eine elektrische Zahnbürste. Auch hierbei nutzt man die KAI-Methode und geht dabei mit der Bürste von Zahn zu Zahn.

Station 3: Angelspiel
Eine Lebensmittelkarte wurde geangelt und musste dann auf den richtigen Teller gelegt werden. Gesund oder ungesund für die Zähne war hier wieder die Frage?

Station 4: Ausmal- und Bastelstation
Hier durften sich die Kids Bilder aussuchen, anmalen, ausschneiden und mussten sie dann auf das richtige Plakat kleben.

Station 5: Fühlsäckchen
Eine ganz spannende Station: Lebensmittel ertasten, benennen und wieder ordnen. Und auf keinen Fall die Gummibärchentüte aufreißen und die Bärchen essen!

Station 6: Das Zahnteufel-Würfelspiel
Hier spielte der Zahnteufel gegen unsere Schüler*innen. Wer hatte zuerst sechs Lebensmittel im Einkaufskorb und somit gewonnen?  Hoffentlich konnten die Kids der Klasse 1c den Zahnteufel besiegen!

Station 7: Arbeitsblätter
Hier ging es um das richtige Lösen von zwei Arbeitsblättern. Welches Bild ist die richtige Lösung? Wer hat das beste Frühstück dabei?

In der Schlussphase wurden dann noch die behandelten Inhalte reflektiert, Erfahrungen ausgetauscht, diskutiert sowie (Er-)Kenntnisse vertieft und Arbeitsergebnisse der Schüler*innen gewürdigt. Auf die Frage, welche Station ihnen am besten gefallen hätte, antwortete Mia: „Alle!“ So soll es im besten Fall sein. Grins! Alara fand die Zahnputzstation am besten und Ilja das Angelspiel. Die Lösungen der Arbeitsblätter hatten alle im Kopf und ruckzuck war alles besprochen.

Und dann gab es am Ende auch noch ein Geschenk für jedes Kind. Jedes Kind erhielt eine Zahnbürste und durfte sich sogar die Farbe aussuchen. Warum denn das? Weil es auch wichtig ist, die Zahnbürste alle zwei bis drei Monate zu erneuern, spätestens dann, wenn sich die Borsten auseinander biegen (s.o.). Außerdem gab es eine Urkunde, einen Elternbrief, Tipps für die Frühstücksdose, ein Mandala und eine Geschichte zum Vorlesen in der Klasse. Ganz schön abgesahnt! (Go)