In Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW fand auch in diesem Schuljahr erneut im 4. Jahrgang der Workshop zur Ausbildung unserer Schüler*innen zu Energiespardetektiven statt. In dieser Bildungsreihe, drei Doppelstunden im Wochenrhythmus pro Klasse, lernen unsere Kids auf spielerische Art und Weise, welche Geräte Strom verbrauchen und gehen mit Checklisten aktiv auf die Jagd nach Stromfressern im eigenen Zuhause. Außerdem lernen die Kinder, welche Auswirkungen der Stromverbrauch auf das Klima hat. Ziel ist es auch, dass die Schüler*innen ihr neu gewonnenes Wissen aktiv an andere Menschen weitergeben. So werden hoffentlich auch Eltern, Großeltern, Bekannte, Nachbarn und Verwandte begeisterte Stromsparer*innen.
Lernziele:
- Die Schüler*innen entwickeln ein Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch und die Auswirkungen auf die Umwelt und auf das Klima.
- Sie lernen Stromspartipps kennen und werden motiviert, ihr Umfeld aktiv vom Stromsparen zu überzeugen.
Am heutigen Tag, 23.06.26, war Herr Yoshua Voigt von der Verbraucherzentrale NRW vor Ort an unserer Wilhelmschule, um in allen drei vierten Klassen mit der Ausbildung der Kids zu Energiespardetektiven (Teil 1) zu beginnen. Aufgrund der aktuellen Hitze wurde allerdings aus der geplanten Doppelstunde eine 60minütige Veranstaltung pro Klasse. Da hieß es, sich etwas beeilen und auch mal etwas kürzen. Aber das hatte Herr Voigt gut im Blick und im Griff.

Zuerst einmal musste die Begrifflichkeit Verbraucherzentrale NRW geklärt werden. Einzelne Schüler*innen hatten den Begriff schon mal gehört, aber was verbirgt sich dahinter? So kam man auf das Wort verbrauchen. Was verbrauchen wir denn? Da hatten unsere Kids direkt einige Ideen: Strom, Energie, Wasser, Geld, Papier …
Im Laufe des Gespräches wurde den Kindern klar, dass die Verbraucherzentrale NRW den Menschen hier bei uns in der Gegend hilft, wenn sie z.B. Fragen oder Probleme hinsichtlich des Strom-, Gas- oder Wasserverbrauchs oder auch Geldprobleme haben.

Alle Kids der Klasse 4b hörten interessiert zu und beteiligten sich eifrig.

Weiter ging es dann mit dem Thema Strom. Die Schüler*innen überlegten gemeinsam, welche Geräte im Haushalt Strom benötigen und somit verbrauchen. Da hatten alle doch viele Ideen.

Hinweis: Sortierung der Geräte nach den Bildern oben: Strom verbrauchen und Kälte erzeugen, Wärme, Licht, Bewegung, Musik
Schon hier wurde sehr deutlich, wie viele Geräte wir zu Hause haben, die Strom benötigen. Woran erkennt man denn, ob ein Gerät viel Strom verbraucht? Darüber wurde intensiv gesprochen und diskutiert. Das Ergebnis dazu: Geräte, die lange an sind, sind oft Stromfresser. Geräte, die sehr groß sind, verbrauchen auch oft viel Strom. Geräte, die sehr groß sind UND viel an sind, sind fast immer Stromfresser, z.B. Waschmaschine, Herd, Trockner, Fernseher, Kühlschrank (auf dem Foto wurden die Geräte umrandet).
Nach der Hofpause ging es weiter mit einer Gruppenarbeit. Im Vorfeld hatten sich die Mädchen und Jungen schon überlegt, wer mit wem in welche Gruppe wollte. Nun wurde Memory gespielt. Das Spiel war allgemein bekannt, aber heute gab es dabei zwei Besonderheiten. Die zu findenden Pärchen sehen nur ähnlich aus. Wenn man ein Pärchen aufdeckt, muss man dazu etwas sagen. Beispiel: „Ich spare Strom, wenn ich den Kühlschrank schnell wieder schließe.“

Mit ganz viel Eifer und Freude waren dann wirklich alle Kids beim Memory-Spiel dabei.







Im Anschluss daran wurden die Inhalte des Memory-Spiels im Plenum noch einmal gefestigt. Die Pärchen wurden den Kindern als große Bilder gezeigt und die entsprechenden Stromsparsätze wurden gemeinsam erarbeitet.
Beispiele:
„Ich spare Strom, wenn ich die Spülmaschine ganz voll packe, denn dann muss sie nicht so oft laufen.“
„Ich spare Strom, wenn ich das Tageslicht benutze und keine Lampe anmache.“
„Ich spare Strom, wenn ich die gewaschene Wäsche auf die Leine hänge und nicht in den Trockner packe.“
„Ich spare Strom, wenn ich elektrische Geräte nicht in dem Ruhe-/Schlafmodus lasse, sondern sie wirklich komplett ausschalte.“
Am Ende gab es dann noch ein Geschenk für unsere Kids und eine Hausaufgabe. Sie erhielten jeweils ein Klemmbrett und sollen nun bis zur nächsten Stunde ein Interview zu Hause durchführen. Auf dem Klemmbrett steckte dafür ein passender Fragebogen. Außerdem können unsere Mädchen und Jungen im Rahmen der Durchführung des Interviews direkt auch noch Stromspartipps geben, falls notwendig.



Davit kommentierte am Ende der 60 Minuten die Stunde mit folgenden Worten: „Hat Spaß gemacht mit dir!“ Na, dann kann es ja nächste Woche mit Teil 2 weitergehen.
Anmerkung: Leider wird die Ausbildung von Grundschulkindern in NRW zu Energiespardetektiven zum Ende des Jahres hin eingestellt. Grund: Die Finanzierung über das Land NRW findet für diesen Bereich nicht mehr statt. Wie schade und ärgerlich! Gerne hätten wir weiterhin dem 4. Jahrgang diese Ausbildung zu Energiespardetektiven ermöglicht. Und wenn jemand von außerhalb kommt sowie tolle Materialien dabei hat, ist das einfach etwas anderes, als wenn die Klassenlehrer*innen das übernehmen. (Go)
Weiter ging es dann am 30.06.26 mit Teil 2. Herr Voigt wiederholte zu Beginn kurz die Inhalte der letzten Stunde und besprach die Hausaufgabe – Durchführung eines Interviews mit den Eltern – mit unseren Kids. Die meisten Schüler*innen hatten die Interviews durchgeführt und Hannah berichtete, dass sie zu Hause drei Stromspartipps geben konnte. Das ist doch erfreulich! Maxi fiel dann auch noch der Begriff Ruhemodus ein, die Funktion kannten unsere Mädchen und Jungen noch, hatten aber die verschiedenen Begriffe dafür vergessen. Ist ja auch momentan immer noch heiß und drückend in den Klassen. Grins!

Nala war heute definitiv die interessierteste Schülerin, der Finger war immer oben und sie wusste viel zu berichten.
Weiter ging es mit einem Versuch mit einem Strommessgerät. Der mitgebrachte kleine Beamer verbrauchte 115 Watt, wenn man ihn einschaltete, im Ruhemodus 0,9 Watt und nach dem Ausschalten der Steckerleiste 0 Watt.



Es ist also wichtig, ein Gerät komplett auszuschalten, die Steckerleiste auszumachen oder den Stecker zu ziehen, soweit möglich. Natürlich geht das nicht bei jedem Gerät. Hannah wusste sofort, dass man den Kühlschrank nicht in den Ruhemodus versetzen darf.
Danach stand das Thema Licht ausschalten, wenn man einen Raum verlässt an. Viele Kids berichteten, dass sie oder Geschwister in einigen Räumen gerne vergessen, das Licht auszumachen. Da hatte Herr Voigt doch einen tollen Tipp. Einfach mal für einige Tage ein Schild Licht aus aufhängen, bis sich alle daran gewöhnt haben und automatisch das Licht ausmachen.

Als Nächstes ging es mit einem Film weiter, den die Verbraucherzentrale selbst erstellt hat: Klimawandel – Wir haben es in der Hand! Interessiert schauten unsere Kids sich den Film an. Anschließend wurden die Inhalte des Films noch einmal besprochen und mit Hilfe einer Skizze an der Tafel verdeutlicht. Kurzfassung: Die drei Klimagase erzeugen Gutes und Schlechtes. Gut ist, dass es durch die Gase auf unserer Erde warm ist. Gäbe es die Klimagase nicht, hätten wir -18 Grad C auf der Erde und es gäbe keine Leben mehr. Wir erzeugen aber zu viele Klimagase und das kann auf Dauer nicht gut sein. Was müssen wir tun? Wir können:
- die Stromspartipps (s.o.) berücksichtigen und andere Menschen darauf hinweisen
- mit dem Fahrrad, Bus oder Bahn fahren und das Auto einfach mal stehen lassen
- versuchen, Reisen mit dem Flugzeug oder mit einem Schiff zu vermeiden
- weniger Fleisch essen, dann gibt es automatisch weniger Kühe/Rinder auf der Welt – übrigens gibt es die Empfehlung, nur zweimal in der Woche Fleisch zu essen, das ist dann auch gut für unsere Gesundheit






Was passiert aber nun, wenn immer mehr Klimagase in der Atmosphäre sind? Dazu zeigte Herr Voigt einige Bilder und besprach diese mit unseren Kids. Hier einige Beispiele:
- es wird immer heißer (das haben wir ja letzte Woche mit den höchsten Temperaturen, die bisher im Juni gemessen wurden, erlebt)
- alles trocknet aus
- es gibt immer öfter Unwetter, Stürme, Überschwemmungen
- am Nordpol schmilzt das Eis und das Leben der dortigen Tiere ist bedroht


Nun sammelten unsere Mädchen und Jungen noch Ideen, welche Personen wir außer unserer engsten Familie noch interviewen könnten und die Interviewtreppe wurde entwickelt. Mit Hilfe dieser Treppe probten unsere Schüler*innen dann dreimal vorne vor der Tafel, wie man z.B. bei den Nachbarn so ein Interview durchführen kann. Im Anschluss gab es für die Kinder noch ein Feedback zur Durchführung des Interviews. Malik und Maila wurden z.B. dafür gelobt, dass sie die Interviewtreppe gut genutzt hatten. Es gab aber auch Tipps: Sprich noch lauter! Vergiss bei Stromverschwenderantworten nicht, entsprechende Stromspartipps zu geben! Halte das Klemmbrett nicht vor dein Gesicht, dann bist du nicht gut zu verstehen!



Als Hausaufgabe soll nun jedes Kind noch bis zu 3 weitere Interviews führen. Dafür erhielt jedes Kind einen Energiespardetektivausweis. Dort mussten Name und Klasse eingetragen werden. Außerdem sollen dort alle Interviewpartner notiert werden. Bestätigt wird die Durchführung des Interviews dann durch die Unterschrift/Kürzel des Interviewers. (Go)

